Regio-Netz-Reihe Frühjahr 2026 – Zukunft der Pflegebildung: Pflegefachassistenz, Praxisanleitung und Digitalisierung 

Im Mai 2026 haben die Regio-Netze der Regionen Koblenz, Trier sowie Rheinhessen/Pfalz stattgefunden. Die Veranstaltungen widmeten sich – regional unterschiedlich gewichtet – insbesondere den Themen Pflegefachassistenz-AusbildungPraxisanleitung in der beruflichen und hochschulischen Pflegeausbildung sowie dem Digitalwegweiser für Träger der praktischen Ausbildung

Ein Schwerpunkt war die kommende Pflegefachassistenz-Ausbildung. Dabei wurde landesweit eines sehr deutlich, wie eine Teilnehmerin formulierte: „Die letzte Gesetzesänderung in der Pflegebildung sitzt bei den Akteurinnen und Akteuren noch tief.“ Die Einführung der Pflegefachassistenz eröffnet Chancen für neue Zugänge in die Pflegebildung, stellt die beteiligten Lernorte jedoch zugleich vor konzeptionelle, strukturelle und organisatorische Herausforderungen. Umso wichtiger erscheint es, frühzeitig in den Austausch zu treten, Erfahrungen anderer Bundesländer einzubeziehen und Entwicklungsprozesse gemeinsam zu gestalten. 

In den Regio-Netzen wurden hierzu die folgenden wesentlichen Chancen diskutiert: 

  • Niedrigschwelliger Zugang und bessere Karrierewege 
  • Professionalisierung der Pflege durch klaren Qualifikationsmix 
  • Qualitätsgewinne für die Versorgung 
  • Mehr Nutzen für Pflegeeinrichtungen und das Versorgungssystem 

Demgegenüber stehen fünf wesentliche Herausforderungen: 

  • Ausreichende Ausbildungskapazitäten schaffen 
  • Attraktivität der Ausbildung sichern 
  • Rollen und Kompetenzen eindeutig definieren 
  • Rechtliche Rahmenbedingungen abschließen 
  • Einheitliche Umsetzung der Ausbildung gewährleisten 

Ein weiteres Thema der Regio-Netze war die Praxisanleitung in der beruflichen und hochschulischen Pflegeausbildung. Hierzu wurden zunächst aktuelle Entwicklungen und Ergebnisse des vorangegangenen Bundesnetzwerktreffens der Koordinierenden vorgestellt und gemeinsam mit den regionalen Akteurinnen und Akteuren diskutiert. Ergänzend wurde über die Veranstaltungsplattform eine regionale Befragung der Teilnehmenden durchgeführt. Die KI-assistierte Auswertung identifizierte folgende wesentliche Handlungsbedarfe: 

  • Freistellung verbindlich absichern 
  • Refinanzierbare Praxisanleitung stärken 
  • Stellen- und Rollenprofile standardisieren 
  • Vertretungsstrukturen im Verbund aufbauen 
  • Dokumentations- und Koordinierungsstandards vereinheitlichen 

Die detaillierte Auswertung der Befragung wird zeitnah in einem gesonderten Bericht veröffentlicht. 

Darüber hinaus wurde der Digitalwegweiser für Träger der praktischen Ausbildung in den Blick genommen. Eine kurze Befragung der Teilnehmenden fokussierte die bisherigen Erfahrungen mit dem Angebot sowie Bedarfe für dessen Weiterentwicklung. Die Rückmeldungen bilden eine wichtige Grundlage für die geplante Überarbeitung des Digitalwegweisers und die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der digitalen Unterstützungsangebote. 

Insgesamt sind die Veranstaltungen erfolgreich verlaufen. Insbesondere der Austausch mit anderen Akteurinnen und Akteuren aus den Regionen zu aktuellen Themen der Pflegebildung wurde von den Teilnehmenden als gewinnbringend bewertet. Die Ergebnisse der Regio-Netz-Reihe verdeutlichen, dass sowohl die erfolgreiche Einführung der Pflegefachassistenz-Ausbildung als auch die Weiterentwicklung der Praxisanleitung und digitaler Unterstützungsangebote einen kontinuierlichen Dialog und eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Akteurinnen und Akteure erfordern. Die Regio-Netze werden diesen Prozess auch weiterhin aktiv begleiten und den fachlichen Austausch zur Weiterentwicklung der beruflichen und hochschulischen Pflegebildung fördern.